Prepaid damals und heute

Über fünfzehn Jahre ist es her, dass der Begriff Prepaid auch in Deutschland bekannt wurde. Vorreiter waren die Mobilfunkbetreiber, die auf diese Weise einen neuen Kundenstamm gewinnen wollten. Bis zu diesem Zeitpunkt war es lediglich möglich, ein Handy nur mit einem Vertrag zu bekommen. Viele Verbraucher wollten sich jedoch nicht binden, oder sie konnten keinen Vertrag abschließen, weil sie nicht über eine gute Bonität verfügten. Durch Prepaid Handys konnte nun auch dieser Personenkreis neu erschlossen werden, was natürlich auch zu einer Umsatzsteigerung führte.

 

Hohe Minutenpreise zu Beginn

Allerdings waren zur damaligen Zeit die Minutenpreise sehr hoch. Über drei D-Mark musste für die Minute hingeblättert werden. Außerdem bekamen die Kunden die “ausgemusterten Handys”, also Modelle, die keiner haben wollte. Zur damaligen Zeit war der Verbraucher mit Prepaid Handys sehr benachteiligt. Man wollte dem Kunden zwar eine Möglichkeit bieten einen Handytarif ohne Vertrag zu bekommen, allerdings versuchte man sie trotzdem zu Mobilfunkverträgen mit 24. Monaten Laufzeit zu locken.

Mobilfunkvertrag
Mobilfunkverträge mit 24. Monaten Laufzeit sind out

Heute ist dies nicht mehr so, im Gegenteil. Prepaid ist inzwischen gar günstiger als ein Tarif mit 24. Monaten Laufzeit. Wer ein Handy zum Prepaid Tarif möchte, kann inzwischen ein hochwertiges dazu bekommen. Aber was noch viel wichtiger ist: Die Minutenpreise sind deutlich gesunken. Möglich wurde dies durch den Konkurrenzkampf. Als die Mobilfunkdiscounter auf den Markt kamen und Minutenpreise von 9 Cent in alle Netze rund um die Uhr herausbrachten, mussten sich die etablierten Mobilfunkbetreiber etwas einfallen lassen, da ihnen sonst die Kunden weglaufen würden. Und das haben sie auch getan, Vodafone und T-Mobile boten einen hoch attraktiven Prepaid-Tarif an.

Die erste Minute in das deutsche Festnetz und in das eigene Mobilfunknetz kostete 29 Cent, die restlichen Minuten waren kostenlos. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Gespräch nach zwei Stunden getrennt wurde. Dieses Abo kostete 99 Cent im Monat. Bei solchen Preisen stellt sich tatsächlich die Frage, ob ein Vertragshandy überhaupt noch attraktiv ist.

 

Prepaid Heute

Es hat sich viel getan auf dem Prepaid Markt. Die Preise sind weiter gesunken und die Leistungen gestiegen. Inzwischen haben Prepaid Flatrates den Markt erobert. Ab 14,99 Euro im Monat ist es bereits möglich, rund um die Uhr und unbegrenzt in alle deutschen Netze zu telefonieren. Mit im Tarif enthalten ist zudem meist eine SMS Flatrate und ein Datentarif mit ansprechend hohem Datenvolumen. Zudem bieten die drei großen Netzanbieter T-Mobile, Vodafone und O2 inzwischen hohe Surfgeschwindigkeiten dank LTE.

 

Auch in anderen Branchen zieht Prepaid nach

Aber auch in anderen Sektoren zieht Prepaid nach. So hat sich ein weiteres Unternehmen auf Prepaid umgestellt. Der Bezahlsender Sky bietet sein Programm mittlerweile auch als Prepaid-Variante an. Der Kunde zahlt hier nur für das, was er auch sieht und braucht kein teures Abo mehr einzugehen.

Sky Sport und Prepaid
Wer sich die Entwicklung im Prepaid-Bereich genauer ansieht, der wird die Vorteile sehen. Durch Prepaid entfällt die langfristige Bindung an ein Unternehmen. Sollte die Preise bei einer anderen Firma günstiger sein, dann kann der Anbieter einfach gewechselt werden. Bei einem Vertrag ist das für einen bestimmten Zeitraum hinaus nicht möglich.

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